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Schweiz: Die Gemeinschaft Oberrheintal

Die Gemeinschaft Oberrheintal CH

Um was geht’s bei der Facebook-Gruppe “Die Gemeinschaft” ?

„Es geht ums Tauschen, Schenken, Teilen und ums Helfen“, sagen die Initianten Christian Gut, Markus Baer und Tino Thür. „Ein einfacher Weg die lokale Zusammengehörigkeit zu nutzen. Wir Menschen können voneinander profitieren ohne dass Geld fliesst. Wenn Werkzeug, Rasenmäher, Elektronik, Küchenhilfen, Sportartikel, Kleidung, Baby-Zubehör oder sogar fast komplette Wohnungseinrichtungen getauscht oder verschenkt werden, profitieren im Endeffekt alle, weil so Ressourcen gespart und die Umwelt geschont wurde. Oftmals werden auch Tipps ausgetauscht oder „Die Gemeinschaft“ wird um Rat gefragt. Aktuell haben sich auch Mitglieder der Gruppe für eine humanitäre Hilfeaktion im überschwemmten Balkan koordiniert. Verlorengegangene Haustiere wie zum Beispiel Alex, eine männliche, grosse Maurische Landschildkröte konnte ebenfalls mit Hilfe der Gemeinschaft wiedergefunden werden. In nur 9 Monaten ist die Facebook-Gruppe „Die Gemeinschaft Oberrheintal“ auf fast 1100 Mitglieder angewachsen.“

Wie kam es dazu?

„Wir sind Freunde, die sich regelmässig treffen um sich gedanklich auszutauschen. Die ökologische und ökonomische Situation in vielen Gebieten dieser Welt, machen uns sehr nachdenklich. Dass unser Geldsystem dabei eine Rolle spielt, kann mittlerweile so ziemlich jeder erkennen. Das irgendetwas schief läuft ist klar spürbar. Als ersten Impuls wollten wir etwas machen ohne Geld. Die Idee ist einfach und auch nicht ganz neu. Neu sind nur die technischen Möglichkeiten der Vernetzung im 21. Jahrhundert. Heute ist es schlicht viel einfacher sich mit anderen Menschen in Echtzeit zu verständigen und auszutauschen.“

Gibt es Regeln?

„Es gibt keine Regeln – nur eine Bitte: Es sollte niemals Geld im Spiel sein. Als Gegenleistung bei Umzugshilfe oder anderen Leistungen könnte man ein Abendessen spendieren, wenn man möchte. Wenn Möbel und andere Dinge nicht mehr gebraucht werden, kann man es einfach an jemanden in der Gemeinschaft spenden. Oder vielleicht hat der Abnehmer selber etwas, was er abgeben möchte und es kann getauscht werden. Alle sind herzlich willkommen in der Gemeinschaft Oberrheintal. Jeder darf beitreten. Die Gemeinschaft verliert jedoch ein wenig an Sinn, wenn die Schleifmaschine in Zürich abgeholt werden muss. Umso kürzer die Transportwege umso besser.” Christian, Markus und Tino fordern auf: „Wenn jemand nicht im Oberrheintal oder in der direkten Umgebung wohnt, aber vom Prinzip der Gemeinschaft überzeugt ist, dann gründet eine neue Gemeinschaft Unterrheintal, Toggenburg, Zürcher Oberland etc.“

Sind durch die Gemeinschaft auch ausserhalb von Facebook neue Projekte entstanden?

„Ja, zum Beispiel haben sich über „Die Gemeinschaft Oberrheintal“ Leute gefunden, die eine gemeinsame Idee teilen. Sie wollen einen Teil ihrer Nahrung selber produzieren. In Form von Gemeinschaftsgärten liesse sich das Rheintal zu einem beachtlichen Teil durch unbezahlte Freiwilligenarbeit ernähren”, so ihre Überzeugung.

Allesamt völlig unerfahren, haben sie vor, im Bewirtschaften eines Gartens Erfahrungen zu sammeln und die Produktion einheimischer Nutzpflanzen nach und nach auszuweiten. Mit Gleichgesinnten vernetzen sie sich, sie produzieren zusammen und tauschen ihre Produkte.

Auf der Suche nach geeigneten Standorten sind sie bisweilen auf dem Areal der Rhode Altstätten fündig geworden und haben im Frühling 2014 gemeinsam mit dem Pächter eines 8 Aren-Landstücks gestartet.

Quellen:

Facebook-Gruppe “DIE GEMEINSCHAFT – Oberrheintal”

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T. Thuer

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Mensch und Journalist aus Leidenschaft

Kommentar zu “Schweiz: Die Gemeinschaft Oberrheintal

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